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Auszeichnungen

 

 

2017 Bayerischer Kunstförderpreis

 

 

 

 

   
2017 Stern des Jahres als beste Schauspielerin 2016, Abendzeitung München
   
2016

Nominierung Förderpreis, Neues Deutsches Kino
für „Ich hab von dir erzählt“, 50. Filmtage Hof

   
2016 Nominierung Beste Nachwuchsschauspielerin, Theater heute
für „Kaufmann von Venedig“ und „Wut“, Münchner Kammerspiele
   
2016 Förderpreis der Münchner Kammerspiele Freunde
   
2015
Nominierung beste Schauspielerin, Theater Heute
für Käthchen von Heilbronn, Schauspiel Köln
   
2015

Nominierung österreichischer Shootingstar, TV Media

   
2014

Publikumspreis ARD ONLINE AWARD bei deutschen Hörspieltagen für das Hörspiel "Chapters"

   
2013

Boy-Gobert-Preis, zur Förderung herausragenden Theaternachwuchs an Hamburger Bühnen
für Puck in Sommernachtstraum, Deutsches Schauspielhaus Hamburg

   
   


Laudatio des Fördervereins der Münchner Kammerspiele zur Verleihung des Förderpreis 2016


"Julia Riedler ist eine Schauspielerin, die nicht locker lässt. Die hart dafür arbeitet, dass das was sie auf der Bühne tut, spielend leicht aussieht.
Die sich sehr genau vorbereitet, um sich dann auf der Bühne ganz dem Moment zu überlassen.

Die wandlungsfähig ist, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Die virtuos ist, artistisch gar, ohne je die Anbindung an Text und Situation zu verlieren.
Und die, vor allem, immer weiter lernen will, sich nie zufrieden gibt.

1990 in Salzburg geboren, begann Riedler zunächst Jura zu studieren, bevor es sie nach einem Jahr an die Schauspielschule nach Hamburg zog. Weil sie schon damals immer deutlich mehr als das Nötige tat, war sie neben dem Studium Produktionsassistentin an den Salzburger Festspielen, engagierte sich als Vorstand des subkulturellen Festivals Dockville in Hamburg und setzte sich im Rahmen des Künstlernetzwerks cobratheater.cobra mit kollektiven Formen von Theaterproduktion auseinander.

Nach dem Studium war sie für ein Jahr Ensemblemitglied am Schauspielhaus Hamburg, bevor sie zu Stefan Bachmann ans Schauspiel Köln wechselte. Dort spielte sie unter anderem das Käthchen in Bachmanns Inszenierung von Kleists „Käthchen von Heilbronn“. Mit der Intendanz von Matthias Lilienthal wechselte sie an die Münchner Kammerspiele, neugierig, sich mit Menschen zu konfrontieren, die an Theaterformen der Gegenwart forschen. Julia Riedler liebt das Experiment als Herausforderung, an dem sie zu wachsen vermag. Eine Herausforderung, die sie in der ersten Spielzeit immer wieder auf für das Publikum beglückende Weise bewältigt hat.

Zur Eröffnung zeigte sie in Nicolas Stemanns DER KAUFMANN VON VENEDIG als „Portia“ (in Anführungsstrichen, denn von Rollen lässt sich hier nicht mehr wirklich sprechen) absolute Hingabe im unnachgiebig sehnsuchtsvollen Versuch, die Menschen auf ihre Kontaktfähigkeit hin zu prüfen. Wie nebenbei gelang es ihr, alle und eben auch Thomas Schmauser „als“ (wieder Anführungszeichen) Bassanio dabei in ihren Bann zu zwingen.

In Philippe Quesnes „Caspar Western Friedrich“ machte sie sich als burschikoser Cowboy an den Aufbau des Themenparks für den großen Maler der Romantik. Sie und das sonst ausschließlich aus Männern bestehende Ensemble machten in enger Zusammenarbeit mit Quesne aus einer einer extrem reduzierten Handlung eine komische und poetische Meditation über das Individuum, das sich der Welt aussetzt und den Trost in der Gemeinschaft findet.

In  WUT von Nicolas Stemann zeigte sie absoluten Willen zu hochriskanter Gegenwärtigkeit: ob als schrilles Quietschgirl, depressiver Jesus mit Selfiestick, der hofft, dass noch irgendwer seinen Kanal abonniert oder als polternde AfD Populistin. Nicht zuletzt natürlich in ihrem Solo mit Luftanhalteffekt, „das Dramolett“, in dem sie ganz alleine die Begegnung zwischen der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, dem Regisseur Nicolas Stemann und einer Schauspielerin, also sich selbst, virtuos komödiantisch ausagiert.

Und gerade kürzlich zeigte sie in HOT PEPPER, AIR CONDITIONER AND THE FAREWELL SPEECH  des japanischen Regisseurs Toshiki Okada als entlassene Zeitarbeiterin Erika in einem gut fünfzehnminütigen Monolog, wie sie mit ihrer Körperlichkeit, ihrem Rythmusgefühl und ihrer außerordentlichen Sprachbehandlung einen Sog erzeugen kann, der es einem ermöglicht, auch noch die eigenartigsten Windungen der Geschichte um eine getötete Zikade mitzugehen – vielschichtig, filigran und hochmusikalisch.

Doch auch außerhalb der Inszenierungen im Repertoire wirft sich Julia Riedler ohne sich zu schonen in riskante Situationen, ob als Fisch an der Seite von Brigitte Hobmeier während der Langen Nacht der Dramatik, zusammen mit Thomas Hauser in Lesung und persönliches Gespräch mit Buchpreisträger Frank Witzel und Thomas Meinecke oder dieser Tage bei der Opernbude von David Marton im Hof.

Man könnte also sagen: an Mut fehlt es ihr nicht. Sie fordert sich und fordert heraus.

Durch sie hindurch und mit ihr gestalten sich die Kammerspiele von heute: Stemann, Quesne, Okada. Julia Riedler ist erst eine Spielzeit an den Münchner Kammerspielen und hat uns, dem Publikum schon viele Seiten von sich gezeigt, die neugierig machen, auf das was noch kommt.
Wir sind gespannt auf die nächsten Überraschungen und freuen uns Julia Riedler den Förderpreis verleihen zu dürfen."